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EcuadorreiseAbenteuer Nacional Mit viel Abenteuer und Sehenswürdigkeiten kann Ecuador punkten. Nicht nur, dass gerade mal auf 70% der Flächengröße der BRD rund 30% der gesamten Tier und Pflanzenwelt unserer Erde sich finden. Herrlich bunte Vögel, gefährlichen Raubkatzen und Steinzeitindianer, hat dieses kleine Land auch Höhenunterschiede von über 6000Meter bis zum Meeresspiegel. Nicht umsonst wird man bei Ankunft in Quito der Hauptstadt des Landes mit einem großen Schild am Flughafen begrüßt "gehen Sie langsam, Sie sind auf 2800 Meter Höhe". Unsere Intension war das Land kennen zu lernen, in welchem eines der weltweit besten Kakaobohnen angebaut wird, der Nacional, oder auch Arriba genannt. Der Name Nacional oder auch Arriba bedeutet "von da oben" Nacional weil sie die einzigste Kakaosorte ist welche ausschließlich nur in Ecuador beheimatet ist. Ihre Qualität ist sehr hochwertig. Die Schote ist rundlich während der Reife grün und zur Ernte gelb. Das Fruchtfleisch, welches die Kakaobohnen umgibt, und zur Fermentation verwendet wird, ist lecker und erinnert an Litchi. Zwar gehört sie zur Familie der weitläufig Verwandten Forestero, ist aber im Geschmack und Ertrag nicht zu vergleichen. Die Kakaobohnen ergeben eine ausgesprochene blumig Florahle Schokolade mit guter Kakaoaromatik und feiner Säure. Die Fermentation ist wesentlich kürzer als die des Forestero. Ecuador ist im positiven Sinn eine Bananenrepublik. Der größte Exportanteil besteht aus dieser. Kakao war früher an 2. Stelle. Dies hatte sich leider geändert es fiel auf 10. Stelle ab. Heute wieder im Steigen, denn durch den Kakaoboom der letzten Jahre ist gute Qualität gefragt. Aber nicht alleine die Sorte sondern die Verarbeitung ergibt ein Ganzes. So ist es entscheidend, dass nicht nur gute Sorten angebaut werden sondern auch die Pflege, Ernte und insbesondere Fermentation und Trocknung müssen 100% tig ablaufen. Leider wird ein Grossteil der dort geernteten Bohnen unsachgemäß ohne korrekte Fermentation, auf den Autostraßen ausgelegt und getrocknet. Sie finden ihre Abnahme, bei den nur nach Masse gierenden Großhändler, denen die Qualität zweitrangig ist und für wenige Cent aufgekauft werden. Dem entgegenzusteuern und wirklich nur auf Qualität bedacht, haben sich in letzter Zeit Kooperativen gegründet, die mit deutscher Entwicklungshilfe z.B. GTZ, oder KFW Bank gefördert und aufgebaut wurden. Dieses ermöglicht den Menschen mit Kakao eine Menschenwürdige Grundlage ihrer Existenz aufzubauen. Unser erster Ausflug brachte uns in den nordwestlichen Teil Ecuadors, der Provinz Esmeralda. Diese Provinz wird fast ausschließlich von afrikanisch Stämmigen Ecuadorianern besiedelt. Das Gebiet selbst führt schon ein erhebliches Schattendasein in Ecuador und man hat den Eindruck, dass dies sogar politisch gewollt ist. Die Menschen dort leben sehr ärmlich, aber wir hatten nicht den Eindruck unglücklich. Sie sind allesamt autarke Selbstversorger mit einem kleinen Landbesitz meist zwischen 3-5 Hektar. Unser Besuch bei der Kooperative APROCANE(Vereinigung der Produzenten Cacao Norden Esmeraldas) brachte uns nach über 3 Stunden Flussfahrt in einem großen Einbaum zu den ersten Plantagen. Da viele Gebiete Strukturell wenig erschlossen sind, dienen die Flüsse als Straßen. Hier erwarteten uns die ersten Kakaoerzeuger welche uns mit großem Stolz durch Ihre Kakaoplantagen führten. Da der Theobroma Cacao bekanntlich ein Schattengewächs ist, wachsen sie in Gesellschaft von Maniok, Bananen Teak - Palm- und Kokosgehölz und nicht in großen Monokulturen wie der Elfenbeinküste, welch unendlich wichtig für die Ökologie des Regenwaldes ist. Einige der Familien leben auf den Plantagen in bescheidensten Verhältnissen. Nur in den Dörfern gibt es etwas Infrastruktur, wie Schulen und elektrischen Strom. Ignatio unser erster Kakaobauer führte uns durch seine Plantage. Dem alten Herrn sieht man seine 78 Jahre kaum an. Er und seine wesentlich jüngere Partnerin sowie 3 seiner 28 Kinder( wir haben uns nicht verschrieben) gehen mit sichtlicher Freude an die Pflege seiner Kakaopflanzungen. Zwar werden die Zeitplanungen der Schnitte der Bäume nicht immer ganz genau genommen, ist die Plantage doch in recht gutem Zustand. Der Zugewinn einer Plantage sollte nicht unterschätzt werden. Der gesetzliche Jahresmindestlohn beträgt rund 3000U$$. Aus einer gut funktionierenden Plantage von 4 Hektar können die Bauern rund 15000U$$ also das Fünffache erwirtschaften. Einige Kilometer Flussaufwärts bei der Plantage von Antonio erwartet uns die ganze Familie. Antonio ein Mittvierziger hat sich dem Qualitätsanbau voll verschrieben. Seine Kakaobäume sind in einem tollen Zustand. Ausschließlich die Nacional hat er auf seiner Plantage. Viele der Bauern haben verschiedene Kakaosorten wie Trinitario, und auch CCN 51 Einer Züchtung von Carlos Carrion der staatlichen Forschungsanstalt in Guayaquil. Diese Sorte braucht keinen Schatten und bringt eine gangbare Qualität, kann aber an die Vorzüge der Nacional nicht heran. Antonio entfernte alle anderen Kakaosorten, da er nur von der Nacionalqualität überzeugt ist. Seit ihm die Mitarbeiter der Entwicklungshilfe an die Seite gestellt wurde ist auch die Denke des Umweltschutz eine ganz andere. Er führte uns zu einem großen und sehr schönen Teakbaum und meinte ?den fälle er nicht, denn der Baum schenkt uns die Atemluft". Ein Gedanklicher Same der Aufgegangen ist. Bevor unsere Reise von Esmeralda in den Oriente ging, war nochmals die Zwischenstation Quito. Hier besuchten wir die kleine Schokoladenfabrik Cacaoyere . Ebenfalls mit deutschem know how ausgestattet, versuchen die Schokoladenmacher hier eine Wertschöpfung des hervorragenden Grundproduktes Nacional zu erreichen. Mit viel Leidenschaft wird hier versucht eine ordentliche Schokolade zu erzielen: Leider sind die Ecuadorianer alles andere als von guter Schokoladenqualität verwöhnt. Ein Weltkonzern hat hier den Geschmack als süßes nichts sagendes braunklebriges Etwas geprägt, dass hier guter Schokoladengeschmack sich schwer tut. Natürlich wäre es für das Land sehr wichtig die Wertschöpfung einem Teil des Kakaos im Land zu behalten. Nach mehreren Stunden Autofahrt kamen wir im Amazonasgebiet an. Empfangen wurden wir vom Chef der Kooperative Kallari, einem Vorzeigekind der GTZ und der Regierung Ecuadors Carlos Pozo. Die Genossenschaft der Kichwas Indianer hat rund 1050 Genossen, welche ebenfalls mit fachlichem Beistand sich auf beste Qualität verschrieben haben. Sie vertreiben zum einen eine Schokoladeneigenmarke mit dem Namen der Kooperation Kallari doch das meiste geht in den Export. Top Firmen wie Felchlin beziehen Kakao von dort. Uli der deutsche Entwicklungshelfer besuchte mit uns verschiedene Plantagen der Kichwas. Cesare ein Erzeuger, zieht selbst seine Stecklinge ausschließlich aus Arriba. Nach dem Besuch seiner Plantage wurden wir auf eine Ciza (Maniokbier) eingeladen. Auf seiner Feuerstelle brutzelte gerade ein kleiner Papagei und aus den Federn fertigte seine Frau einen schönes Schmuckteil. Er erzählte uns, dass sich durch den Aufbau der Kooperative die Lebensumstände der Indianer um ein vielfaches verbessert haben, auch der Kakaobaum stehe nun in einem ganz andern Licht. Man wolle hier nur das Beste anbauen. Spritzmittel sind ebenso untersagt, wie moderne Kakaosorten. Auch wenn Kakaoerkrankungen wie Monilla (pilzliche Erkrankung der Frucht) und Hexenbesen (Viruserkrankung, welcher die Äste absterben lässt) sich nicht ausrotten lassen, ist der Kontext auf Nachhaltigkeit zum Schutze der Menschen und der Umwelt ausgerichtet. Diesen Geist konnten und durften wir erleben, welcher uns für die Zukunft, für ein tolles Produkt, und für eine Nachhaltige Ökologie welche den Menschen und die Landschaft in den Mittelpunkt, stellt hautnah erfahren Wer Interesse an solch einer Reise hat kann vom 29.06.-09.07.2011 mit nach Ecuador. Kontakt: Eberhard Schell Siehe auch: Schokoladenreise 2011
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