Zu den Wurzeln des Aromakakaos
Bekanntlich gehört umfassendes Wissen über ein Produkt auch dazu auch gute Produkte zu verarbeiten. Eine Gruppe interessierte Fachleute unter ihnen Konditormeister Martin Marx mit Frau von der Schokoladenmacherei in Kleeve, Konditormeister Andreas Mautz von der Firma Pfersich Konditoreibedarf in Neu Ulm, der bekannte Wildkräuterkoch Jean Marie und Colette Dumain aus Sinzig an der Ahr, Eberhard Schell Schokoladenmanufaktur aus Gundelsheim sowie Laien und Genießer, informierten sich umfassend über eine der wertvollsten Kakaosorten der Welt.
Die von der Schokoladenmanufaktur Schell aus Gundelsheim organisierte Reise, brachte die Gruppe rund 10.000 km nach Ecuador zu den Wurzeln des Arriba Nacional Kakaos. In der 12tägigen Reise war ein konzentriertes Programm von Anbau, Ausbau und Verarbeitung des Nacional sowie über die Menschen welche den Kakao anbauen. Es wurden nur kleinbäuerliche Betriebe besucht, welche sich genossenschaftlich organisiert haben und ausschließlich nur biologisch anbauen.
Die erste Etappe führte die Gruppe in das von Afroecuadorianer bewohnte Esmeraldas im Nordwesten des kontrastreichen Landes. Dort wurde nach einer abenteuerlichen Fahrt mit dem Einbaum auch dem St. Santjagostrohm die ersten Kleinplantagen besucht.
Viele Eindrücke und wissenswertes über Anbau und Pflege erfuhren die Teilnehmer von „Elexito“ einem der Kleinbauern.
Ein Besuch der Kooperative in welchem rund 1.000 Genossen organisiert waren schloss sich an. Die Präsidentin der Genossenschaft Virginia Borja begrüßte die Gruppe auf das herzlichste mit selbst gemachter Trinkschokolade und zeigte mit Ihren Mitarbeitern das Verarbeitungszentrum, wo der unfermentierte Kakao angeliefert und weiterverarbeitet wird. Dadurch garantieren die Genossenschaften höchste Qualität des Kakaos, denn die Fermentation und Trocknung sind nach der Qualität des Kakaos mit die wichtigsten Kriterien.
Nächstes Ziel war die von Kicuwas gegründete Kooperative „Kalliari“ im Osten des Landes Richtung Peru im Dschungelgebiet des Amazonas.
Nach einer Bootsfahrt auf dem Rio Napo folgte der Besuch von Plantagen. Stolz zeigte Cäsar ein Kicuwa sein kleines Anwesen in welchem er akribisch nach den Vorgaben der Agrarfachleute, seinen Kakao biologisch anbaut. Nur die genossenschaftlich organisierten Bauern werden geschult und erreichen bis zu dem dreifachen Preis ihrer wertvollen Bohnen und somit auch mindestens das dreifache des Mindesteinkommens in Ecuador bei rund 3.000 US$ liegt. Nicht nur guten Kakao sondern auch Naturschutz und das Wohlergehen der Menschen steht im Fokus dieser Kooperativen, welche auch von der deutschen Entwicklungshilfe unterstützt werden.
Auch hier wurde die Gruppe von der Genossenschaftsleitung unter Präsident Carlos Pozo Empfangen und konnte das Verarbeitungszentrum aus der Nähe begutachten.
Bei beiden Genossenschaften kaufen unter anderem die Max Felchlin AG ihre hochwertigen Bohnen ein. Mit ihrem Reiseleiter Pablo Maranon hatte die Gruppe einen exzellenten Fachmann welcher im Bayrischen Freising Agrarwissenschaft studiert hat und einige Jahre für den deutschen Entwiklungshilfedienst gearbeitet hat.
Natürlich gehörte eine Abschluss in einem der wenigen selbst produzierenden Schokoladenfirmen hier Cocoyere, sowie Republica Kakao dazu. Hier lies es sich der Chef Fausto Moncoyo selbst nicht nehmen, die Gruppe durch sein Werk zu führen und seine Schokoladen vorzustellen. So bekam die Gruppe am Ende der Reise nicht nur einen umfassenden Einblick über die Kakaowelt und Ihre Verarbeitung, sondern auch einen kulturellen Abriss über Land, Leute, Fauna und Flora sowie über die kulinarischen Besonderheiten eines faszinierenden und liebenswerten Landes.

